Geschäftsbericht 1998

Die jährliche Hauptversammlung fand am 28 Februar 1998 statt. Alle Tagesordnungspunkte wurden diskutiert, Kassierer und Vorsitzende einstimmig entlastet und die gleichen Vorstände wie im Vorjahr ebenfalls einstimmig gewählt.

Unsere traditionelle Frühlingswanderung im April, diesmal von Neipperg zum Hörnle und zurück, war erfreulich gut besucht, so dass wir auch für 1999 einen "gemütlichen Spaziergang" geplant haben.

Im März 1998 nutzte Annerose Maurhoff ihren Aufenthalt bei Karola Wein in Burkina Faso, um auch in Kollo einen Projektbesuch abzustatten. Sie überbrachte die Spende der Partnerschule in Cleebronn. Mit dem Gewinn aus dem Advendsbazar konnten Lehrmittel im Wert von 2000 DM beschafft werden. Bei dieser Gelegenheit wurde sie durch Gespräche mit Lehrern und Eltern auf die Notwendigkeit einer Schulküche aufmerksam. Die wegen der Dürre schlecht ausgefallene Ernte bekommen alle zu spüren. Oft müssen die Kinder weite Wege mit hungrigen Mägen zur Schule zurücklegen, Konzentration und Lernfähigkeit leiden massiv. Um die Leistungskraft der Schüler zu steigern, die Familien zu entlasten und auch die neue Solartechnik in die Hütten zu tragen, entstand die Idee eine Schulküche mit angegliedertem Schulgarten zu bauen. Dank optimaler Zusammenarbeit aller Beteiligten, wurde das Kleinprojekt "Schulküche Kollo" von der EU bezuschusst. SH3W erbrachte 2000 DM, die übrigen, für die Fertigstellung benötigten 6400 DM kamen bereits im Oktober 1998 aus Brüssel. Finanziert werden mit diesem Betrag die Errichtung des Küchengebäudes, 2 Solarkocher (umstellbar auf Gasbetrieb), Koch und Essgeschirr, Saatgut für den Schulgarten und Grundnahrungsmittel für den Anfang. Mit dabei war natürlich auch Karola Wein und es war einer ihrer letzten Besuche in Kollo als Kontaktperson vor Ort. Sie ist seit September wieder endgültig zurück in Deutschland. Ihrem Engagement für SH3W und AMK (Association Mariegre de Kollo) hier noch einmal besonderen Dank.

Zum Betrieb der Mühle gibt es zu benichten, daß die anfänglichen technischen Pannen behoben sind und erste Gewinne erwirtschaftet wurden. Das Verwaltungskomitee wurde neu gewählt und die Vorgänger entlastet.

Die Akzeptanz der Schule ist enorm. Dass sie doppelt so groß sein müsste, wurde leider erst bei dem Besuch im März klar. Für eine Lehrerpraktikantin wurde als Provisorium eine Kammer als Lehrerwohnung, mittels Strohmatten, nach außen erweitert. Wir haben inzwischen auch Planungsunterlagen für einen Erweiterungsbau der Schule in Kollo, sehen uns aber z.Z. nicht in der Lage dieses Ziel der AMK zu finanzieren.

Mit dem EU Zuschuss für den Stausee in Kollo sind wir 1998 so weit voran gekommen dass wir 1999 mit der Bewilligung rechnen. Die Gesamtkosten für den Bau des Rückhaltebeckens betragen ca. 270 000 DM. SH3W muss den Betrag von ca. 40 000 DM erbringen um den Zuschuss in Höhe von 230 000 DM aus EU Geldern zu bekommen (Stand Februar 99).

Neben dem Briefwechsel zwischen AMK und SH3W und den Berichten von Karola Wein wurde der Kontakt nach Kollo durch einen Deutschlandbesuch von Thomas Illy bereichert. Während seiner Dienstreise nach Stuttgart zu einem internationalen Seminar fanden wir zweimal die Gelegenheit uns zu treffen und Neuigkeiten auszutauschen. Von ihm sollen wir Grüße und Dank all jenen aussprechen die sich für die AMK und andere Projekte engagieren.

Erfreulich gut hat sich auch die Situation in Coripata (Yungas / Bolivien) entwickelt. Die Zahl der Gemeinden, Dörfer und kleinen Siedlungen wächst von Jahr zu Jahr. Viele Anfragen, vor allem sehr kleiner oder zu weit entfernter Ansiedlungen, müssen aus organisatorischen Gründen zurückgestellt werden. Die Projektleitung versucht in diesem Zusammenhang die Aus- und Weiterbildung der sogenannten "Dorfhelfer" zügig voran zu bringen, da sie mit den zwei Schwesternstellen nicht mehr zu leisten vermag. Eine zusätzliche Kraft ist vom Verein momentan nicht finanzierbar. Die Termine vor Ort sind in der Regel schon für ein komplettes Jahr im Voraus ausgebucht. Während früher der Inhalt der Besuche meist der Akutversorgung galt, stehen heute immer mehr Themen , wie die Vermeidung oder Früherkennung von Krankheiten im Vordergrund. Dies gilt auch im verstärkten Maße für den Bereich Ernährung. Die Entscheidung unser landwirtschaftliches Projekt nach dem Tod des damaligen Gründers Constanzio fortzuführen, hat sich bis heute in allen Punkten bewährt. Auch der Nachfolger ist in gleichem Maße engagiert und erfolgreich. Er kann sich vor Anfragen über eine Zusammenarbeit kaum retten. Dies gilt im Besonderen für die Aufzucht und Haltung der in Südamerika kulinarisch beliebten Meerschweinchen (Cuys). Aus diesem Grunde freuen wir uns besonders, daß zusätzlich noch ein bolivianischer Jahrespraktikant der Technikerschule für Landwirtschaft gewonnen werden konnte. Der Verein trägt immer noch die Kosten der drei Angestellten. Er gibt jedes Frühjahr eine Garantie, die vorhandenen Verträge bis zum Ende des darauffolgenden Jahres zu verlängern. So bietet er den Mitarbeitern ein Höchstmaß an sozialer Sicherheit und beruflicher Perspektive. Die Kosten im Jahr 1998 lagen incl. Materialen, Benzin, Fortbildung, etc. bei ca. 17. 000 DM. Ein Betrag der sich bis heute sehr gelohnt hat, was auch eine unabhängige Studie der Caritas Bolivien beweist. (Das Ergebnis wird in einem der nächsten Rundbriefe veröffentlich.

Mit klarer Mehrheit entschied sich der Verein ein weiteres Projekt in Burkina Faso als Schirmherr zu unterstützen. Das Gesundheitszentrum von Margou, ein Saheldorf im Departement Piela im Nordosten des Landes gelegen, wurde vom Gildekreuz des Südens geplant und ausgeführt. Die Hilfsorganisation aus Untergruppenbach hat langjährige Erfahrungen und Beziehungen mit Burkina Lind ist ein zuverlässiger Partner für uns. Durch unsere Zusammenarbeit konnten Zuschüsse für den Bau des Zentrums vom BMZ (Bundesministerium für Zusammenarbeit) ermöglicht werden.

Eberhard Rechkemmer hat in Vertretung für den SH3W ein zweitägiges Seminar in Stuttgart/ Hohenheim besucht. Veranstalter war Bengo, eine Beratungsstelle für private Träger in der Entwicklungszusammenarbeit  Dachorganisation ist der paritätische Wohlfahrtsverband. Thema der Bundesweiten Veranstaltung war Beantragen von Zuschüssen für NRO (nicht Regierungs Organisationen). Für die Projektarbeit des SH3W werden diese Zuschüsse aus öffentlicher Hand immer bedeutender, da wir dadurch unsere Hilfe optimieren können. Das nötige Grundwissen wurde uns hier vermittelt.

Mehrere Mitglieder des Vereins haben an der Gründungsversammlung des "eine Welt Bündnis" Unterland teilgenommen. Dieser Zusammenschluss mehrerer Unterländer Hilfsorganisationen will durch seine Kooperation die Projektarbeit erleichtern und die Öffentlichkeit für die 3. Welt Problematik sensibilisieren. Auch die Infoveranstaltung im Juni 1998 in der Heilbronner Fußgängerzone über die Zusammenarbeit verschiedener Organisationen der 3. Welt Hilfe und die Podiumsdiskussion mit Wahlkandidaten aller Parteien zum Thema Entwicklungspolitik, wurde von uns unterstützt. Wir wollen auch weiterhin im "eine Weit Bündnis" mitwirken

Einen Flohmarktverkauf haben wir 1998 leider nicht auf die Beine gebracht. Grund dafür waren zu wenig Leute und zu wenig Zeit.

Für das erste Mal auf dem Gaffenberg war die Fiesta Afro Latina ein guter Erfolg. Aus organisatorischer Sicht ist das Gelände wesentlich besser für eine solche Veranstaltung geeignet als der AWO Steinbruch. Wir glauben auch, durch die Platzeintellung und Deko, ein gemütliches Ambiente geschaffen zu haben. Programmgestaltung und -ablauf sind im Einzelnen sicher noch verbesserungsfähig, jedoch im Ganzen gesehen war die Resonanz positiv. Wegen der kalten Witterung und der nicht optimalen Werbung haben wir die erhoffte Besucherzahl leider nicht erreicht. Der Gewinn, nach Abzug aller Kosten, lag bei ca. 6000 DM Eine Summe, von der wir in Anbetracht des Aufwands, nicht gerade begeistert waren. Auf die Terminbewerbung für den Gaffenberg im Jahr 1999 haben wir leider eine Absage erhalten. Die relevanten Termine Ende Mal werden vom Besitzer selbst benötigt, im September wäre zugleich Weindorferöffnung. Bis heute haben wir noch kein alternatives Veranstaltungsgelände in Aussicht.

Neben unseren regelmäßigen Sitzungen Jeden 1. Donnerstag im Monat gab es ein Wochenendseminar im November 1999 um umfangreichere Themen zu behandeln.

Die Verwaltungskosten betrugen im Geschäftsjahr ca. 940 DM

 

 

Anhang

Für die Spenden ab 1.1.1999 werden die Spendenbescheinigungen von der Stadtkasse Heilbronn ausgestellt. Diese Kontrollinstanz der öffentlichen Hand entlastet unseren Verein gegenüber dem Finanzamt und ist zugleich eine vorbeugende Maßnahme gegen den Missbrauch von Spendengeldern und auch für unser Ziel das Zertifikat " gemeinnütziger Verein" zu erlangen, ein notwendiger Schritt. Wichtig für alle Spender ist, dass die vollständige Adresse angegeben wird, damit die Spendenbescheinigung auch ihren Weg zum Spender findet. Durch die Währungsumstellung zum Euro wird sich vereinsintern vorläufig nichts ändern. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Währungsreform nicht negativ auf die 3. Welt Länder auswirkt.

Dieses Jahr soll unser Lagerraum gelüftet werden  wer mitmachen will beim Flohmarktverkauf kann sich gerne unter Tel. 07131/962118 erkundigen.

Da wir bis dato noch kein Veranstaltungsgelände für eine Fiesta'99 haben müssen wir davon ausgehen, dass die Fiesta Afro Latina in diesem Jahr nicht stattfinden kann! In diesem Jahr soll mit dem Bau des Stausees in Kollo begonnen werden, daher stehen dem Verein recht hohe finanzielle Aufwendungen bevor. Die Einnahmen aus der Fiesta fehlen uns also umso mehr! Deshalb planen wir alternativ für den Herbst 1999 eine Traubenleseaktion. Viele Leute helfen bei der Lese mehr aus Tradition und Freude an der Arbeit, als dass sie auf den Verdienst angewiesen sind. Wer nun für einen guten Zweck, nämlich unsere Projekte, einen oder mehrere Tage arbeiten will, wird von uns an die Wengerter vermittelt. Wir sprechen verschiedene Weinbauern in und um Heilbronn an, ob sie von SH3W Lesepersonal engagieren wollen. Der Lohn für die Arbeit wird dann vom Wengerter auf unser Konto überwiesen. Nach einem Arbeitstag an frischer Luft, vielleicht mit Freunden und Bekannten, Panoramablick und zünftigem Vesper, kann man mit dem Gefühl nach Hause gehen nicht nur für sich, sondern auch für die Menschen in Kollo und Coripata etwas Gutes getan zu haben.

Im Dezember 1999 bieten wir ein zweitägiges Fest und Infoveranstaltung in der roten Halle auf dem Gaffenberg an.

Wer noch nähere Infos möchte oder Vorschläge hat, kann sich gerne an unsere oben genannte Adresse wenden. Wir freuen uns über Euer Interesse und bedanken uns für Eure aktive Mitarbeit!

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