Geschäftsbericht 2000

Wir wünschen allen Mitgliedern und Freunden des Selbsthilfe 3. Welt Verein e.V. zum Jahresanfang, wenn auch etwas verspätet, Kraft, Gesundheit und Zufriedenheit. Mit neuem Tatendrang starten wir erholt ins Jahr 2001! Die berufliche Situation und persönliche Ziele haben uns im vergangenen Jahr wenig Spielraum für die Vereinsarbeit gelassen. Trotzdem wurde im Jahr 2000 von unserem Verein einiges unternommen!

Bei der alljährlichen Hauptversammlung gab es auch dieses Mal keine personellen Veränderungen. Rainer Maurhoff blieb erster Vorsitzender, Armin Weimar wurde zweiter Vorsitzender und Michael Specht ist ein weiteres Mal als Kassenwart gewählt worden.

Bei sonnigem Frühlingswetter hatten wir beste Bedingungen für unsere traditionelle Wanderung die uns dieses Mal rund um den Vorhof führte. Es ist immer wieder ein schöner Anlass sich zu treffen! Mit einem gefüllten Kühlanhänger, Tischen, Banken und Sonnenschirmen, machten wir uns am 18. Juni auf den Weg, um einen Ausschank am "Autofreien Sonntag" zu veranstalten. Unsere kühlen Getränke und Quarkbrote erfrischten die vorüberziehenden Massen. Mit Infobroschüren und Gesprächen machten wir auf unsere Vereinsziele aufmerksam.

Im Juli waren wir mit einem Stand auf dem Neckarfest vertreten. Getränke, Bar und Afro-Latino Küche erfreute viele Besucher. Diese Aktion ist nicht vergleichbar mit der Fiesta Afro Latina, wie wir sie in den vergangenen Jahren inszenierten. Organisation und Arbeitsaufwand waren zwar geringer, jedoch fehlte uns die vertraute Stimmung unserer "Waldbühne".

Im Herbst wurde die Traubenleseaktion von einigen Freunden, Wengertern und Förderern hilfreich unterstützt. Durch die Spenden vieler Mitglieder, Firmen und Einzelpersonen konnten unsere Projekte in Coripata und Kollo weiterhin finanziert werden.

Auch waren wir im Arbeitskreis Eine Welt der Lokalen Agenda 21 in Heilbronn aktiv. Diese Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, die Nationen der Welt naher zusammen zu führen und die Vielfalt der Kulturen bewusst und erlebbar zu machen.

Zur Situation in Kollo

Im Gegensatz zu unserem in Europa üblichen Wachstumsdenken, in dem Fortschritt und immer Neues die Gesellschaft prägt, bleibt vielen Menschen in den armen Ländern nur übrig, mit dem zu leben was erhalten wurde und sich an dem zu freuen was sich nicht verschlechtert hat. Die Hoffnung bleibt ihnen noch. In Kollo zum Beispiel, die Hoffnung auf einen Stausee. Er soll die Lebensbedingungen in dieser ländlichen Gegend nachhaltig verbessern und Anregung zur Nachahmung schaffen. Auch wir hoffen seit langem, dass aus diesem Wunsch Wirklichkeit wird! Lebenspendendes Wasser für ein Dorf im Sahel. Planung, Behördengänge, Genehmigungen und Eigenkapital sind von uns schon seit Langem erbracht. Nun hängt alles von der Entscheidung der EU ab. Bei ihnen aber gibt es kein Fortkommen, dort hat man, so scheint es, alle Zeit der Welt. Zwar haben wir von AMK Vorsitzenden Thomas Illy erfahren, dass im Oktober 2000 eine Delegation aus Brüssel in Ouagadougou war, um sich vor Ort über das Vorhaben zu informieren. Seither haben wir keine neuen Nachrichten erhalten.

Der Alltag in Kollo geht weiter, die Leute sind es gewohnt mit Geduld zu leben und mit Hoffnung ... Wir hoffen, dass alle Spender und Gönner die gleiche Geduld aufbringen. Nicht immer wird die Arbeit mit Erfolg belohnt, denn leider hat sich der Kontakt der beiden Schulen in Kollo und Cleebronn verschlechtert. Seit der engagierte Schulleiter Gasbeogo Boniface aus Kollo versetzt wurde, blieben die Briefe des Cleebronner Rektors Jürgen Kuppler unbeantwortet. Wir hoffen, dass eines Tages die Kinder - oder auch Eltern soweit sind, um den Kontakt über Briefe aufrecht zu erhalten. Unterrichtet wird derweil mit grossem Einsatz in der Schule von Kollo. Tagsüber büffelt die Jugend des Dorfes und der Umgebung und am Abend werden die drei Klassenzimmer zur Erwachsenenbildung genutzt. Die Erweiterung der Schule ist immer noch ein grosses Anliegen der AMK über dessen Finanzierung wir schon seit Längerem nachdenken. Die eingerichtete Schulküche in Kollo ist inzwischen nicht mehr wegzudenken. Die Eltern sind sehr dankbar, dass die Kinder wenigstens eine gesicherte Mahlzeit pro Tag bekommen. Zu wenig Regen war auch in diesem Jahr der Grund dafür, dass die Frucht nicht gedeihen konnte und somit hungrige Zeiten bevorstehen.

Um Streitigkeiten in der Verwaltung auszuräumen ist die Getreidemühle inzwischen an einen Müller verpachtet. Weiterhin wird die karge Ernte in der AMK Mühle ohne nennenswerte Defekte und Pannen gemahlen. Die Pachteinnahmen werden für Reparatur, Wartung, Rücklagen und zur Mitfinanzierung der laufenden Kosten der Schulküche verwendet. Wenn sie auch langsam mahlen, so kommt am Ende etwa brauchbares heraus! Hoffen wir das selbe für die Brüsseler Bürokratenmühle! Unabhängig von unseren Aktivitäten für Kollo wurden von der AMK in Zusammenarbeit mit einer Französischen Organisation junge Bäume gepflanzt und Steinwälle als Massnahme gegen die fortschreitende Bodenerosion angelegt. Die Menschen in und um Kollo bemühen sich sichtlich ihre Zukunft und die ihrer Kinder besser zu gestalten. Mit unserem Einsatz können wir ihnen dabei helfen.

Bericht aus Coripata

Wie in den letzten Jahren können wir auch für 2000 viel erfreuliches aus Coripata berichten. In den Gemeinden und Siedlungen, in denen das Projekt arbeitet, kommen ständig neue Interessenten hinzu. Hauptbestandteil der Arbeit von den Schwestern ist immer noch die ambulante Versorgung, der weit vom Hospital entfernten Gemeinden. Durch die "Charlas", die Gesprächsrunden und Unterweisungen mit den Betroffenen, wurden in den letzten Jahren wesentliche Erfolge in der Aufklärung und der Vermeidung von Krankheiten erzielt. Das Projekt "Familia Sana" ("Gesunde Familie"), war im Jahr 2000 in über 22 Gemeinden der Region Coripata tätig. Rege Teilnahme gab es bei Veranstaltungen über Bereiche wie Hygiene, Ernährung, Krankheitsvorbeugung und -erkennung, Säuglingspflege und Familienplanung. Zusätzlich wurden im letzten Jahr einige Hausbesuche durchgeführt. Aufgabe dieser Hausbesuche ist Betreuung Kranker, Schwangerer vor und nach der Geburt, der Säuglinge und Kinder.

Neben der medizinischen Versorgung war auch unser Landwirtschaftsprojekt 2000 sehr erfolgreich. Die beiden Agrartechniker haben im vergangenen Jahr wieder neue Gemeinden betreuen und beraten können. Indessen sind sie in 12 grösseren Gemeinden aktiv und betreuen zusätz1ich 60 Familien und 5 Schulen -bzw. Kindergärten. Neben der Vermittlung von Kenntnissen im Anbau und Pflege landwirtschaftlicher Boden und Produkte, steht das Verständnis für ausgewogene und abwechslungsreiche Kost im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Betreuung und Unterweisung bei der Aufzucht und Pflege der "Cuy" (Meerschweinchen), welche in der Region besondere Bedeutung haben.

Anhand der Ergebnisse, die uns heute vorliegen, können wir sicher sein, dass die Arbeit der letzten Jahre in der Region Coripata, eine spürbare Verbesserung der Lebenssituation der Menschen bewirkt hat. Viele Probleme sind auch heute noch offen und bedürfen einer Lösung. Auf diesem Weg sollten wir die Bewohner der Region Coripata auch weiterhin begleiten. Unsere Hilfe, für die sich alle die im Projekt arbeiten sehr herzlich bedanken, ist auch in der Zukunft dringend nötig.

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