Geschäftsbericht 2001

Mit Schreibmaschine geschrieben und die Umschläge von Hand beschriftet, - so begann unser 1. Geschäftsbericht vom März 1991. Geschäftsbericht Selbsthilfe 3. Welt e.v.

Beim Heimaturlaub von Hans-Jürgen Wozniak im Dezember 90 berichtete uns dieser über die konkrete medizinische Situation in Coripata und Umgebung und seine Erlebnisse bei der Fehlgeburt seiner Frau Elvira. Er hatte sich danach vorgenommen zusammen mit der Bevölkerung von Coripata das baufällige Krankenhaus wieder zu beleben und voll funktionsfähig zu machen. Wir, ein Freundeskreis von Hans-Jürgen Wozniak, haben uns nach seinen drastischen Schilderungen spontan dazu entschlossen ihn bei seiner Arbeit zumindest finanziell zu unterstützen. Am 3.April 91 fand dann schließlich die Gründungsversammlung des Vereins Selbsthilfe 3. Welt e.v. statt. An 22.5.91 wurden wir vom Finanzamt Heilbronn als gemeinnütziger Verein anerkannt und schließlich am 15.Juli 91 im Vereinsregister aufgenommen.

Bis heute hat sich einiges verändert. Nicht nur Vereins - oder verwaltungstechnisch, sondern auch in unseren Projekten in Coripata / Lateinamerika und Kollo/ Westafrika. Bei uns hat sich die elektronische Datenverarbeitung und moderne Kommunikation rasant entwickelt und ist schon in fast jedem Haushalt Standard. In Kollo dagegen gibt es bis heute noch keinen Strom und auch in Coripata ist an westliche Standards nicht zu denken. Sehr deutlich wird hier wieder einmal klar, wie sehr die Entwicklungsländer hinterherhinken. Unsere Zusammenarbeit ist wohl etwas erleichtert, jedoch die Kommunikation in den Ländern bleibt genauso schwierig. Also heißt es geduldig sein und Briefe austauschen. Einen umfassenden Bericht aus Coripata haben wir zum Jahreswechsel erhalten.

Zur Situation in Coripata

Bis Ende des letzten Jahres war die Situation unserer Projekte gegenüber den Vorjahren unverändert. Das sozial-medizinische- und das Agrarprojekt, in denen jeweils über 15 Teilgemeinden sowie einzelne Familien betreut werden, hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich weiter entwickelt. Beide Projekte wurden und werden mit großer Akzeptanz von der Bevölkerung angenommen. Durch viele Eigeninitiativen in beiden Bereichen (Fortbildung zu Sanitätern, Ersthelfern, etc., Erhöhung der Produktion, sowie Handel mit einheimischen Nahrungsmitteln, etc.) sind wir der Auffassung, dass der eingeschlagene Weg der richtige war und ist. Nachdem es im vergangenen Jahr in unserem Gesundheitsprojekt zu einem Wechsel in der Leitung kam, hat sich das neue Team dennoch gut bewährt und führt die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre kontinuierlich weiter. Im Agrarbereich können wir zu der geleisteten Arbeit der letzten Jahre noch einen weiteren Erfolg verbuchen. Einer unserer Agrartechniker wurde zum 01.01.2002 von der CETHA, einer halbstaatlichen Organisation übernommen. Über die Verwendung der damit frei werdenden Mittel und über die Fortführung des Agrarprojekts in seiner jetzigen Form, sind wir momentan mit den Verantwortlichen vor Ort im Gespräch.

Aktuelles aus Kollo

Aus Kollo gab es einen Brief vom Schriftführer der AMK Antoine Zida. Er wurde von seinem Arbeitgeber in eine Provinz im Süden des Landes versetzt und hat dadurch enorme Schwierigkeiten seine Aufgabe auszuüben. Durch Telefonate mit Thomas Illy (AMK Vorsitzender) und über die Kontakte der Lehrer in Kollo und Cleebronn haben wir das wichtigste vom Projekt erfahren. Ein herber Rückschlag für unsere Vereinsarbeit war die EU - Absage zum Barragenbau (Stausee) in Kollo. Hier der Brief in ungekürzter Form:

Madame/Monsieur, Februar 2001 J'ai le regret de vous informer que votre demande de cofinancement susmentionnée n'a pas pu aboutir à une décision positive de notre part. L'insuffisance des ressources financières disponibles cette année au titre de l'arlicle budgétaire B7-6000 (200 millions d'euros) par rapport à une demande globale des ONG s'élevant presque au triple nous a obligés à effectuer une sélection très sévère. Ceci nous a contraints a rejeter des projets mème quand les avis sur le fond étaient favorables. Si vous souhaitez présenter à l'avenir de nouvelles demandes, je vous invite à consulter régulièrement notre site Web (adresse: http://europa.eu.int/comm/development/sector/ngo/index_fr.htm) afin d'ètre inforrné d'un prochain appel à propositions. Je vous prie d'agréer, Madame/Monsieur, l'expression de mes salutations distinguées.

Liebe Frau Maurhoff, Sehr geehrter Herr Maurhoff, Heute erhielten wir endlich ein Nachricht aus Brüssel. Leider wurde das Projekt in Kollo auf Grund fehlender Mittel bei der EU abgelehnt. Wir legen Ihnen eine Kopie des Benachrichtigungsschreibens bei. A. BOURATSI Chef d'Unit' Wir bedauern diese Ablehnung - nach so langer Zeit - sehr, vor allem da wir um die Not der Bevölkerung wissen und von der Notwendigkeit der Maßnahme überzeugt sind. Für ein erneutes Einreichen in Brüssel sehen wir keine Grundlage. Wir könnten versuchen, den Antrag beim Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit einzureichen, wenn Ihr Verein und Sie damit einverstanden sind. Wir werden uns in den nächsten Tagen telefonisch bei Ihnen melden.

Nachdem wir diese Nachricht verarbeitet hatten, beschlossen wir den Ausbau der Schule in Kollo von jetzt 3 auf die normale Größe mit 6 Klassenzimmern zu erweitern. Von den Lehrern und der AM-K wurde die Notwendigkeit schon öfter angesprochen. Auch die große Zahl der Schüler (163), weiche die Klassenzimmer benutzen, spricht dafür. Wir denken, dass ein Teil der Spendengelder hier richtig eingesetzt werden kann.

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