Geschäftsbericht 2006

 Auch 2006 trafen sich die Vereinsmitglieder regelmäßig 1mal monatlich, um sich über die laufenden und geplanten Aktionen zu besprechen und diese vorzubereiten, und über die Kontakte zu den Projekten zu berichten. Rainer und Annerose Maurhoff halten die Kontakte nach Burkina Faso und organisieren die Patenschaften, Armin Weimar hält den Kontakt mit Bolivien, Regine Weimar kümmert sich um die Playpump-Aktion. Danke dafür!! Als Vorstände wurden bei der Hauptversammlung 2006 Beate Fränznick und Silvia Reiss bestätigt. Michael Specht hat seine Kassiertätigkeit nach vielen Jahren abgegeben. An seine Stelle wurde Guido Löscher gewählt. Kassenprüfer ist Michael Specht. Auch an „Micha“ noch einmal ein herzliches Danke! für die jahrelange gute Kassier- Arbeit. Schriftführerin bleibt Ilona Kampert .

Zur traditionellen „Frühlingswanderung“ trafen wir uns am 21.05. Ziel war das romantische 5-Mühlen-Tal. Hier fand auch die Einkehr statt. Die Wandergruppe hatte einen schönen Tag und viel Spaß und gute Gespräche. Dank Spenden und den Einnahmen der „6ten Cocina Afro-Latina“ (viele von Euch/Ihnen waren ja mit zum Schlemmen auf dem Gaffenberg) können wir weiterhin unsere Projekte in Burkina Faso/ Afrika und Bolivien finanzieren.

Projektbericht aus Burkina Faso

Schulerweiterung in Kollo

AMK, Lehrer, Eltern und Schüler bedankten sich herzlich in einem Brief für ihre modern eingerichtete Schule. Rechtzeitig zum neuen Schuljahresbeginn am 2. Oktober 2006 wurden die drei neuen Klassenräume mit den zum Teil noch fehlenden Tischen und Bänken ausgestattet. Nun können alle Schüler optimal unterrichtet werden! Die Schule besuchen 247 Kinder in 5 Klassen. Es gibt 5 Lehrer, 3 Männer und 2 Frauen. Im vergangen Jahr erreichten 7 Schüler einen Schulabschluss, 2 davon besuchen künftig eine weiterführende Schule. Hierzu wäre zu bemerken, dass nur wenige Schüler einen Abschluss erstrebenswert scheint, da sie meist keine Chance auf eine Berufsausbildung nach der Schule haben. Aber auch ohne Abschluss erreichen die Schüler einen Bildungsstand, der ihnen für ihre Zukunft Vorteile bringen wird. Die Kostenabrechnung für die Schulerweiterung wurde endgültig abgeschlossen. Kinder und Eltern haben gemeinsam ein Erdnuss- und Hirsefeld angelegt, die Erträge sollen der Schulspeisung zugute kommen. Dringendstes Problem ist jedoch nach wie vor die Wasserversorgung im Dorf und für die Gärten. Eine Wasserpumpe ist defekt und es sind weite Wege um an Wasser zu kommen.

Brunnensanierung

Im November haben wir entschieden, eine der anstehenden Brunnensanierungen zu finanzieren. Der zentral gelegene Brunnen, der hauptsächlich die Schule mit Trinkwasser versorgt, ist schon seit längerem versandet und mit Bakterien belastet. Bei der Sanierung wird der Brunnen vertieft, weiter ausgeschachtet und mit verschiedenen Filtern ausgestattet, damit eine gute Trinkwasserqualität gewährleistet werden kann. Das Gießwasserproblem im Gemüsegarten der Frauengruppe ist noch nicht gelöst.             Die Frauen müssen das Wasser über weite Strecken tragen, weil die Forage (das Wasserloch) am Garten ausgetrocknet ist. Eine tiefere Bohrung, ohne Filter oder Fördereinrichtung soll hier Abhilfe schaffen. Mit einer Tröpfchenbewässerungsanlage könnte man die Anbaubedingungen optimieren, den Wasserverbrauch stark verringern, und über Jahre sichern. Das wird unser Schwerpunkt für 2007 . Wir sammeln Informationen und machen uns zu diesem Thema schlau, um die nachhaltige Umsetzbarkeit dieses Vorhabens zu eruieren und unseren afrikanischen Partnern vermitteln zu können.

Patenschaften in Koudougou

Die Anzahl der Patenschaften hat sich um weitere acht Kinder auf 33 Paten- schaften erhöht. Pünktlich zum Schuljahresbeginn 2006 bekamen die Kinder (6), deren Schulweg weiter als 5 km entfernt ist, ein Fahrrad vom SH3.W. zur Verfügung gestellt. Zwei der Kinder haben nach Abschluss der 6. Klasse einen Ausbildungsplatz gefunden. Einige der Kinder müssen/dürfen ein Schuljahr wiederholen und erfreulicherweise haben auch dieses Jahr wieder ein paar die Aufnahmeprüfung zum Gymnasium geschafft .

Unsere Projekte in Bolivien

In den letzten 16 Jahren unseres Engagements in Bolivien, stand die soziale und medizinische Situation der Gemeinde Coripata im Vordergrund. Dies hat sich erkennbar seit 2003 stark verändert. In der Zwischenzeit ist der Verein mit von uns bezahlten Kräften vor Ort nur noch am Rande aktiv. Durch die grundlegend verbesserte medizinische Infrastruktur in Coripata und Umgebung, hat nun der bolivianische Staat, die Versorgung der dort lebenden Menschen, wieder mehr in seine eigenen Hände genommen. Durch die in Coripata lebenden Schwestern, werden soziale –und medizinische Maßnahmen nur noch flankierend unterstützt. Die Hauptlast trägt nun das örtliche Krankenhaus in welchem in der Zwischenzeit mind. zwei Ärztinnen arbeiten. Unsere Beteiligung am Aufbau und der Akzeptanz des Krankenhauses und der Organisation „ Familia Sana“ hat sich gelohnt. Seit 2003 hat der Verein schrittweise die Arbeit in Laja ( Altiplano- Titicacasee) aufgenommen. Wie schon in Coripata, werden auch dort die vor Ort lebenden Mitarbeiter ( Bauern, etc.) in mediz.- Grundkenntnissen und therapeutischen Praktiken aus- und weitergebildet. An diesem im März und Juni stattgefundenen Veranstaltungen nahmen jeweils 20- 25 Personen teil. Themen hierbei waren u.a.: Grundlagen der Medizin, Bewegung und Massage, lebenserhaltende Maßnahmen und die Ernährung. Ein weiterer, wichtiger Punkt war die alternative, bzw. Naturmedizin, deren Bedeutung, vor allem in ärmeren Gegenden, immer mehr an Bedeutung gewinnt, da die ländliche Bevölkerung herkömmliche Arznei nur noch selten bezahlen kann. Im März fand hierfür ein überregionales Ausbildungstreffen in Tarija ( im Süden, Grenze zu Argentinien) statt. Teilnehmer der dortigen Veranstaltung, sind nun in weiteren regionalen Gebieten aktiv und geben dort das erworbene Wissen an die „ Postas de Salud“ ( Gesundheits- Beauftragte der Gemeinde) weiter, welche in der Regel in, oder nahe der Dörfer leben. Nach dem gleichen Schema gab es im Juni eine Weiterbildung im Bereich der Hygiene, inklusiv einer Ausbildung zur Herstellung von natürlichen Seifen. Im November fand in Zusammenarbeit mit der Caritas ein Lehrgang im Bereich Ernährung statt, bei dem die Pflanze „Quinua“ im Mittelpunkt stand. Die Teilnehmer konnten viel über die Entwicklung, Vermehrung, Pflege, Vermarktung und die verschiedenen Zubereitungsarten kennen lernen. Über 5 Teilnehmerinnen wurden danach, in einem Art Schneeballsystem, über 150 weitere Personen unterrichtet. Neben diesen „großen“ Aktionen steht aber immer noch der „normale“ Alltag der Schwestern im Vordergrund. Hier gab es die üblichen Einsätze in vielerlei sozialen und medizinischen Aufgaben und Projekten, wobei den Frauen in den Gemeinden eine besondere Fürsorge und Betreuung zuteil wurde.  In vielen Gesprächsrunden wurde die Rolle der Frau gerade in einer sehr stark von Männern geprägten Gesellschaft diskutiert und gestärkt. Höhepunkt war hierbei sicher das erstmalig gemeinsame Feiern des internationalen Frauentages in all jenen Gemeinden, die von den Schwestern betreut werden. Zu den Gemeinden gehören in der Zwischenzeit nicht nur Coripata und Laja, sondern nun auch Tapacari, das im Süden des Landes, in der Nähe von Cochabamba liegt. All diesen Gemeinden ist trotz geographischer und klimatischer Unterschiede eines gemein, nämlich die schlechte medizinische Versorgung und die unzureichende Ernährungs- situation. Aus all diesen Gründen ist auch mittelfristig unser Einsatz sinnvoll. Momentan verändert sich sehr viel in diesem Land. Inwieweit gesellschaftliche Veränderungen hin zu mehr Teilhabe aller Gruppen an der ökonomischen Entwicklung, Erfolg und Bestand haben werden, ist im Moment noch nicht genau abzusehen aber hoffnungsvoll.

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