Geschäftsbericht 2008

Vereinsinterna

Bei der Hauptversammlung des Vereins, am 9.5.09 wurden die Vorstände Beate Fränznick und Silvia Reiß von ihren Vorstandsposten und Guido Löscher als Kassierer, entlastet. Beide Vorstände standen zur Neuwahl nicht mehr zur Verfügung. Der Verein bedankt sich bei beiden Vorständen für ihre erfolgreich geleistete Arbeit in den letzten 3 Jahren. Als neuer Vorstand wurden Arnim Weimar ( 1. Vorsitzender) und Rainer Maurhoff ( 2. Vorsitzender) gewählt. Guido Löscher wurde in seinem Amt als Kassierer bestätigt. Als Kassenprüfer wurde Rudi Kübel gewählt.

Neben unseren allgemeinen Ausgaben für die Projekte in Burkina Faso und Bolivien hat der Verein 2008 eine Sonderspendenaktion für die Schulkantine in Kollo ( Burkina Faso) durchgeführt und ein Bildungs-und Landwirtschaftsprojekt in Uganda eines Nachbarvereins mitfinanziert. Bei der Sonderspendenaktion , welche wegen stark gestiegener Lebensmittelpreise, einer ungewöhnlichen Dürre und der damit einhergehenden Hungersnot notwendig wurde,  konnten wir bis Mitte des Jahres eine sehr große Spendenbereitschaft verzeichnen und damit direkt und unbürokratisch in einer schwierigen Situation helfen. Allen Spendern nochmals einen ganz besonderen Dank.

Zu unserer nun schon traditionellen „ Frühlingswanderung“, welche diesmal erst im Mai stattfand, führten uns Ilona und Wabe in die Löwensteiner Berge. An dieser sonnenreichen Wanderung mit zünftiger Mittagszeit nahmen über 40 Personen teil. Die diesjährige Wanderung wird von Christel und Christian ausgerichtet und wird uns nach Stuttgart, genauer, rund um den Killesberg, führen.

Unsere jährliche Großveranstaltung, die 8. Fiesta Cocina, war auch in 2008 ein voller Erfolg. Wie schon im Jahr zuvor, waren wir bis auf den letzten Platz ausgebucht und mussten sogar einige Spätentschlossene abweisen, was uns natürlich leid tat. Kulinarisch und finanziell, war die Veranstaltung, im gewohnt stimmungsvollen Rahmen, ein Höhepunkt unserer jährlichen Aktivitäten. Die 9. Cocina wird dieses Jahr am 10. Oktober stattfinden. All denen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben, gilt unser besonderer Dank. Ohne ihre Mitarbeit wäre eine Aktion wie diese in keinster Weise zu verwirklichen.

Im Jahre 2010 kann unser Verein sein 20-jähriges Bestehen feiern. In aller Bescheidenheit können wir auf eine sehr erfolgreiche Entwicklung zurückblicken und möchten dies auch gebührend feiern. Verschieden Aktionen und Veranstaltungen sind bereits angedacht und werden spätestens im Herbst kommuniziert werden.

Burkina Faso

Vorwort Die extremen Klimazonen der Erde sind vom Klimawandel am meisten betroffen. Nach Berichten aus Burkina Faso werden auch dort die Niederschlagsmengen permanent weniger. Die Regenzeiten verschieben sich und kommen unregelmäßig, so dass Aussaat und Erntezeiten nicht mehr kalkulierbar werden. Zwischen 2006 und 2008 ergossen sich acht übermäßige Starkregen über das Land und vernichteten regional große Teile der Ernte. Bodenerosion und zerstörte Bauwerke waren die Folge. Und natürlich Hunger. Die fruchtbaren Gebiete im Süden des Landes verringern sich dramatisch und werden durch das Ausbreiten der Sahara in Richtung Süden verdrängt. Das ist bittere Realität. Für uns einer von vielen Gründen, etwas zu tun.

Bericht Kollo 2008

Aus Briefen, E-mails und Fotos erfahren wir regelmäßig Neues aus Burkina Faso. Neben technischen und sachlichen Berichten werden immer wieder herzliche Grüße an alle, die sich für unsere Projekte engagieren, gesendet. Während unseres Projektbesuchs im Dezember 2007 hatten wir beschlossen, die Reparatur der Mühle und der Solarstrom – Anlage zu finanzieren. In der Mühle sind die Ersatzteile für das Mahlwerk eingebaut, somit ist sie wieder voll funktionsfähig. Nach der Beschaffung neuer Batterien kann die Schule auch wieder am Abend, mit Beleuchtung, genutzt werden. Die hohe Bereitschaft bei der Sonderspendenaktion für die Schulkantine nahmen wir als Anlass, auch 2008 wieder bei der Finanzierung der Lebensmittel zu helfen. Neben der Einrichtung des Schulgartens, dessen Erträge einen Teil der Lebensmittel für die Kantine decken sollen, suchen die AMK und wir weiterhin nach Möglichkeiten, die Schulspeisung aufrecht zu erhalten. Mitte des Jahres haben wir von der Firma GC & TH, Bauwesen und Wasserbau, mit Sitz in Koudougou, qualifizierte Kostenvoranschläge für den Bau und die Inbetriebnahme einer Tröpfchen-Bewässerungs-Anlage im Frauen- und Schulgarten bekommen. Auf Anraten der Wasserbau Firma ist die Frauengruppe der AMK mit ihrem Anbaugelände auf ein wassertechnisch besser gelegenes Grundstück umgesiedelt. Die Umzäunung wurde vom alten Gelände abgebaut und wiederverwendet. Im jetzigen Garten (Anbaufläche ca. 1 Hektar) wurden im Jahr 2008 Brunnen gegraben und eingefasst, aus denen die Bewässerungsanlage gespeist werden soll. Auch das Gelände (ca. 0,3 Hektar) für den Schulgarten, beim Schulbrunnen gelegen, wurde für den Anbau vorbereitet und zum Schutz gegen Tierfraß eingezäunt. Damit unser Verein die Finanzierung des Projekts “Goutte à Goutte“ (auf deutsch: Tröpfchen für Tröpfchen) nicht alleine tragen muss, haben wir bei der Baden-Württembergischen Stiftung-Entwicklung-Zusammenarbeit (SEZ) einen Antrag auf Zuschuss gestellt. Unser Projekt wurde im Dezember 2008 als förderungsfähig eingestuft. Die SEZ selbst hat keine eigenen Fördermittel. Sie suchen nach einem Sponsor, der das Projekt “Goutte à Goutte“ unterstützen will. Sobald ein Geldgeber gefunden wird, wollen wir das Projekt realisieren. Patenschaften Durch persönliche Unterstützung wurde 40 Kindern in und um Koudougou der Schulbesuch ermöglicht. Die Stadtbewohner müssen im Gegensatz zu den Ländlern Schulgeld bezahlen. Da sich dies viele nicht leisten können, halfen die Pateneltern und bezahlten das Schulgeld sowie einem Teil der Lernmittel. Die Organisation läuft gut, die Korrespondenz zwischen den Paten und ihren Pateneltern funktioniert in den meisten Fällen.

Bericht Bolivien 2008

Die Situation in Bolivien scheint sich nach der Abstimmung über ein Verfassungsreferendum wieder etwas stabilisiert zu haben. Eine Teilung des Landes in einen indigenen, armen Norden und in einen Rohstoff- und energiereichen Süden, konnte damit verhindert werden. Ob der Riss, welcher sich nun durch die bolivianische Gesellschaft zieht wieder geschlossen werden kann, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Wir würden es sehr begrüßen wenn alle bolivianischen Bevölkerungsgruppen an der Entwicklung des Landes teilhaben könnten. Unseren bescheidenen Beitrag dazu, möchten wir auch nach 20 Jahren nicht einstellen sondern mit gleicher Kontinuität weiter leisten. Seit nunmehr 2 Jahren ist der Verein in der „Wiege seiner Arbeit“ in Coripata, nicht mehr aktiv. Aus Berichten der von uns finanzierten Krankenschwestern, die immer noch einen sehr guten Kontakt in die Yungas haben, wissen wir, das die Idee des Projektes weiter lebt und ausgebaut wird. Eine halbwegs, flächendeckende- medizinische Versorgung kann so gewährleistet werden. Die Schwestern haben in der Zwischenzeit ihren Schwerpunkt auf zwei Projekte in Tapacari und in Cochabamba fokussiert. Beide Ortschaften liegen ca. 300 km südlich von La Paz auf einer Höhe von 2500- 2800 Metern. Während in Tapacari eine Schule mit angeschlossenem Internat und eine Krankenstation geleitet wird, liegt der Schwerpunkt der Arbeit in Cochabamba, in der Versorgung und sozial- medizinischen Entwicklung in einem der vielen „Barrios“ (sog. Armensiedlungen) der Millionenstadt. In den von bitterer Armut, Gewalt und Drogen dominierten  Bereichen der zweitgrößten Stadt Boliviens, arbeiten die Schwestern hauptsächlich mit Frauen und deren Kindern. Medizinische Versorgung, Untersuchungen zur Früherkennung von Schäden (vor, bzw. nach Schwangerschaften) sowie Kurse für alle Lebensbereiche , gehören zur täglichen Arbeit der Schwestern. Ein besonderer Punkt ist die Anwendung des naturmedizinischen Wissens, welches sich die Schwestern über Jahre erworben haben. So werden viele der benötigten Medikamente, soweit möglich, mit den Kursteilnehmern selbst hergestellt. Der Ausbau dieser Arbeit, bis hin zu einer größeren Krankenstation ist das Ziel der nächsten Jahre. Durch die Einrichtung eines in Euro geführten Kontos in La Paz, konnten unsere Ausgaben für Bolivien stabil gehalten werden. Durch den massiven Wertverlust des Dollars, blieb bei gleichem finanziellen Einsatz, mehr für die Projekte übrig. So konnten wir wenigstens auf diesem Gebiet von der allgemeinen Krise profitieren. Nun hoffen wir mit der gesamten Welt, dass die „ Krise“ nicht ihre volle Kraft entfalten wird, da die jetzt schon stark benachteiligten Bevölkerungsgruppen dieser Erde, in ganz besonderem Maße darunter leiden müssten.

Arnim Weimar
Vorstand

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